Konzeptdetails
Das Besondere
Zitate zum Thema
Vortrag Prof. Fuchs

Ausgangslage und Anknüpfungspunkte


Lebenslanges Lernen ist nicht erst seit PISA als Notwendigkeit im Bewusstsein der Bevölkerung. Dass Bildungsprozesse, die für die berufliche und allgemeine Lebensentwicklung bestimmend sind, jedoch bereits im Kindergarten angeregt und gezielt unterstützt werden müssen, ist erst in den letzten Jahren in die Reformdiskussion aufgenommen worden. Die Bundesregierung hat den „quantitativen und qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung zu einem ihrer wichtigsten gesellschaftspolitischen Vorhaben“ proklamiert, so die Bundesministerin Renate Schmidt auf einer Fachtagung der Bundesvereinigung evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder am 3.3.2004. Dort beschreibt sie Kindertageseinrichtungen als Orte der Erziehung und Bildung, die die Persönlichkeit der Kinder stärken sollen.

Dieses Ziel der Persönlichkeitsbildung verfolgt auch unsere Konzeption einer ganzheitlichen Frühförderung und reiht sich ein in die Diskussion, die nach dem Gutachten von Prof. Fthenakis „Perspektiven zur Weiterentwicklung des Systems der Tageseinrichtungen für Kinder in Deutschland“ insbesondere von den Wohlfahrtsverbänden geführt wird. Ausserdem muss das hier beantragte Projekt im Spektrum der bildungspolitischen Projekte eingeordnet werden, die den qualitativen Ausbau der Kindergärten voranbringen wollen wie z.B. das Forschungsvorhaben vom Deutschen Jugendinstitut zur Sprachförderung.

Die Akademie Remscheid hat ein neues Konzept zur kulturellen Bildung im Kindergarten und Hort entwickelt. Dies wurde in Zusammenarbeit mit langjährigen FortbildungsteilnehmerInnen und im fachlichen Diskurs mit bundes- und landeszentralen Trägern erarbeitet – z.B. auf der von der Akademie ausgerichteten Tagung zum interkulturellen Lernen (Praxisfeld Kindertagesstätten) und auch z.B. im Sinne der PR-Kampagne des DPWV (LV NRW) zu den Bildungsleistungen der Kindertagesstätten:


In unserem Frühförder-Konzept geht es darum,

möglichst frühzeitig – entsprechend den „Zeitfenster“-Erkenntnissen des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt/Main (Wolf Singer u.a.) – die Entwicklung der kulturellen Fähigkeiten von Kindern zu fördern. Kulturelle Bildung im Kindergarten, also Musik, Bildnerisches Gestalten, Sprache, Spiel fördern? Das ist soweit nichts Neues, wird auch häufig realisiert, wenn auch mit unterschiedlicher Qualität. Im Konzept der Akademie Remscheid geht es jedoch nicht um eine fachspezifische frühzeitige Förderung, sondern um eine fachübergreifende, ganzheitliche Entwicklung kultureller Fähigkeiten. Entscheidend in diesem Konzept ist nicht das einzelne Fachgebiet, sondern die Übertragung der Wahrnehmungs- und Ausdrucksweisen von einem Medium zum anderen. Angestrebt wird in diesem Konzept der allseits gebildete kulturfähige Mensch: die generelle kulturelle Intelligenz soll gefördert werden und nicht die Verengung auf eine fachspezifische Begabung.
Wir sprechen - in Anlehnung an das Konzept multipler Intelligenz des amerikanischen Erziehungswissenschaftlers Howard Gardner – von „kultureller Intelligenz“, weil es uns nicht um die beliebige Aneinanderreihung formal-ästhetischer Fähigkeiten geht, sondern um die souveräne Beherrschung von Wahrnehmung und Ausdruck für die Problemlösung in neuen Situationen und zur Lebensgestaltung.
Das klingt wie ein gutes Fernziel eines lebenslangen Lernprozesses und das ist es wohl auch. Aber dieser Bildungsprozess darf nicht erst vor dem Eintritt ins Berufsleben, sondern muss bereits vor der Schule beginnen, schafft er doch geradezu die entscheidenden kommunikativen Voraussetzungen für das Lernen des Lernens.

Eine so verstandene kulturelle Frühförderung steht und fällt mit der Qualifikation der ErzieherInnen. Die Erzieherinnen und Erzieher sind zwar in einzelnen Fächern (z.B. Musik oder Sprache oder Bildnerisches Gestalten) geschult, jedoch für die Vermittlung fachübergreifender, integrierter kultureller Zugangsweisen fehlen ihnen oftmals die Voraussetzungen. Genau für diese Integration, Komplexität und ganzheitliche Sichtweise müssen Erzieherinnen und Erzieher weiter gebildet werden.

Zu den bekannten spartenspezifischen Kindergartenkonzepten ist diese ganzheitliche kulturelle Frühförderung eine neue, erweiternde Konzeptentwicklung, die in den beteiligten Kindergartenteams diesen Bildungsgedanken in den Mittelpunkt rückt.




Zwei Praxisbeispiele

Wie die ganzheitliche kulturelle Frühförderung im Kindergartenalltag aussehen kann, soll an einem Methoden- und einem Projektbeispiel dargestellt werden.


Die Geschichte vom Elefanten und der Maus

Die Erzieherin erzählt eine Geschichte, in der ein großer, grauer Elefant einem kleinen Mäuschen begegnet. Obwohl Elefanten Mäuse mit einem Fußtritt töten könnten, haben sie Angst vor ihnen und können von diesen winzigen Tieren in die Flucht geschlagen werden. Das Mäuschen entdeckt in der Geschichte ihre Macht und wahre Größe.
Die gängige Praxis in Kindergärten ist, die Kinder nun zu der Geschichte malen zu lassen oder vielleicht im Tierlexikon nachzuschauen, ob Elefanten tatsächlich Angst vor Mäusen haben. Damit werden zwar erste Anstöße gegeben, aber diese Geschichte enthält ein weitaus größeres, mehrdimensionales Bildungspotential: biologische Informationen; der Konflikt zwischen zwei Lebewesen; die überraschende Konfliktlösung aufgrund der unsichtbaren Macht anscheinend Ohnmächtiger; auch Kleine können Große besiegen; die tatsächliche Macht ist nicht immer an der äußeren Gestalt ablesbar.
In einem ganzheitlichen Verfahren werden die Eindrücke und Gefühle, die die Geschichte auslöst, zunächst körperlich umgesetzt. Schon hier stellt sich die Frage, ob der Elefant nur groß und schwer dargestellt werden kann. In der Verknüpfung mit musikalischen Ausdrucksformen zieht sich diese Frage fort: Gibt es nicht mehr Möglichkeiten den Elefanten zu verklanglichen als durch tiefe Töne, z.B. durch eine zarte Melodie? Nach und nach werden die Kinder von einer klischeehaften direkten Umsetzung weitergeführt zum Kern und Gehalt der Geschichte. Es entsteht ein kleines musikalisches Spiel, in dem sich Musik, Bewegung, Sprache und Bilder zu einer neuen Einheit verknüpfen. Gefühle, Beziehungen, der Gehalt der Geschichte – so wie sie wahrgenommen wurden – werden in mehrere Ausdrucksformen übertragen und miteinander verbunden.


In dem folgenden Projektbeispiel wurden nicht einfach beliebige Methoden aus mehreren kulturellen Fachgebieten addiert, sondern der Gehalt der Aussage "Fulda lebt 120-fach bunt" wurde in jeder Projektaktivität umgesetzt:





„Fulda lebt bunt“
Im Fortbildungskurs „Remscheider Kreativitätsmethoden“ lernt Heike M. eine Maskenaktion kennen, die der Dozent aus San Francisco mitgebracht hat: Kinder gestalten Masken in den verschiedensten Farben, fügen Kleidungsstücke hinzu und stellen damit eine große Ausstellungswand her.
Heike M. nimmt diese Idee mit nach Fulda und führt zusammen mit vier Kindergärten ein Projekt in der „Aktionswoche für Toleranz und Demokratie“ durch. Sie stellt fest, dass in der Stadt Menschen aus 120 Ländern leben. In den Kindergruppen werden die Länder auf einer riesigen Weltkarte gesucht, Lieder von dort gesungen, Früchte und Gewürze mitgebracht, einige Worte der fremden Sprachen werden gelernt und landestypische Kleidung in Fotobänden betrachtet. Danach werden die Masken in 120 verschiedenen Farbnuancen und –mustern bemalt, die Kleidungsstücke angenäht. Während die Farbe trocknet, spielt man Spiele aus den in Fulda vertretenen Kontinenten und hört Geschichten von dort. Schließlich entsteht eine Ausstellungswand, und ein Maskenspiel wird mit einer fremd klingenden Musik auf exotischen Instrumenten begleitet.


Die kreative Kombination kultureller Ausdrucksformen – gebündelt zu einem Thema, einem Anlass, in einem sozialen Lernprozess – besitzt eine eigenständige Bildungsqualität.
Die Kinder erarbeiten sich dabei die Übertragung von Gehalt und Erfahrungen von einer Ausdrucksform in die andere. Das befähigt sie, nicht nur Wissen aneinander zu reihen, sondern tatsächlich Erfahrungen zu machen, die sie auf andere Situationen übertragen können.
Sie integrieren durch diese Transformationsleistungen die Informationen in ihr „kulturelles Gedächtnis“ und es entsteht ein vielfältig nutzbarer Erfahrungsschatz. Dadurch weitet sich ihr Blickwinkel auf die Gesamtheit der kulturellen Erlebnisse im Kindergartenalltag und sie finden damit einen Zugang zur Komplexität von Lebenswirklichkeiten und ihren kulturellen Repräsentationen.




Das Projekt als Formel:

Modellhaft

sollen ErzieherInnen qualifiziert werden,

Kinder

bei der Entwicklung

von ganzheitlichen Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeiten

für ihre Kommunikation und Lebensgestaltung

zu fördern -

und zwar durch das Zusammenwirken von Musik, Bewegung, Spiel, Bild und Sprache

in Projekten der kulturellen Bildung.




Wie implementiert man...

...diesen spezifischen Ansatz kultureller Frühförderung?

Statt über eine bundeszentrale Fortbildung, bei der die Verwirklichung vor Ort den Teilnehmern überantwortet wird, schlagen wir die Implementation über ProjektmitarbeiterInnen vor, die inmitten des Kindergartenalltags exemplarisch vormachen wie eine ganzheitliche kulturelle Frühförderung ablaufen kann. Sie führen dann die ErzieherInnen von der Rolle der BeobachterIn zur eigenen Projektentwicklung.
Beraten und evaluiert wird dieser Entwicklungsprozess durch ein Dozententeam der Akademie Remscheid. Vorbereitend und begleitend werden dazu spezielle Fortbildungsveranstaltungen in der Akademie angeboten.

Erfahrungen mit einem in Struktur und Ablauf ähnlichen kommunalen rein musikalischen Frühförderprojekt im Kreis Viersen zeigen, dass diese Implementationsweise die effektivste, nachhaltigste und kostengünstigste ist.




Dabei vollziehen die ErzieherInnenteams sequentiell folgende Lernschritte:


Die ErzieherInnen hospitieren bei modellhafter Kulturarbeit,
sie bilden sich zwischendurch zentral weiter,
sie erproben unter Anleitung und entwickeln dann unter Beratung selbst methodische Modelle für kulturelle Frühförderprojekte,
sie führen sie dann in einer späteren Phase selbst durch.
Die ProjektmitarbeiterInnen dokumentieren und evaluieren die methodischen Modelle und
präsentieren sie auf Tagungen und Projektbörsen für Fachöffentlichkeit und Ausbildung.



Für die Ausbildung von ErzieherInnen stehen dann Curriculum-Bausteine zur Verfügung, die als Teil einer ganzheitlichen Didaktik in die Arbeit der Fachschulen einfließen sollen. Diese didaktischen Bausteine sind keine theoretisch erarbeiteten Konzepte, sondern nach Ablauf des hier beantragten Projekts im Kindergartenalltag erprobt und evaluiert.




Wie soll das Projekt konkret ablaufen?

16 ErzieherInnen in 8 ausgewählten Kindergärten (je 4 in zwei Regionen Deutschlands - eine eher ländliche Region in den neuen Bundesländern, eine eher städtische Region mit einem erheblichen Prozentsatz von Kindern mit Migrationshintergrund) werden befähigt, Kulturprojekte für eine ganzheitliche Frühförderung kennen zu lernen, selbst zu erarbeiten und in ihrer Einrichtung durchzuführen.
Diese Weiterqualifizierung geschieht individuell, einmal wöchentlich in ihrem Kindergarten.

In jede Einrichtung gehen für einen Vormittag in der Woche zwei in der Akademie Remscheid fortgebildete ProjektmitarbeiterInnen und arbeiten modellhaft mit den Kindern. Die zwei am Projekt beteiligten Erzieherinnen der Einrichtung hospitieren in der ersten Projektphase dabei. Im Anschluss an die Arbeit mit den Kindern wird diese reflektiert und die Weiterarbeit geplant. Im zweiten Teil dieser Hauptphase des Projekts übernehmen die ErzieherInnen diese integrative kulturelle Bildungsarbeit zunehmend selbst und werden von den ProjektmitarbeiterInnen supervidiert.

Diese praktische Phase des Projekts wird durch eine Initialphase vorbereitet, in der die Ausbildung der ProjektmitarbeiterInnen und die organisatorische Projektvorbereitung stattfinden. Im Anschluss an die praktische Phase des Projekts soll nicht nur eine Dokumentation von einem Redaktionsteam aus beteiligten Dozenten, ErzieherInnen und ProjektmitarbeiterInnen erarbeitet werden, sondern sollen die konkreten methodischen Modelle auf Tagungen und in Fortbildungsveranstaltungen verbreitet werden. Die ProjektmitarbeiterInnen sollen in ihrer Spezialisierung gestärkt und bei einer möglichen Existenzgründung unterstützt werden. Eine Evaluation ist 6 und 12 Monate nach Abschluss des Projekts in den Einrichtungen durch das Dozententeam vorgesehen.




Projektablauf




Personelle Struktur des Projekts

16 ErzieherInnen, in 8 Kindergärten, in zwei Regionen (aus jeder Einrichtung zwei ErzieherInnen mit möglichst verschiedenem fachlichen Schwerpunkt. Zu zweit lässt sich eine neue Arbeitsweise leichter im Kindergartenalltag verwirklichen.)
8 ProjektmitarbeiterInnen mit Honorarverträgen
6 DozentInnen der Akademie Remscheid, einschl. 1 ProjektleiterIn mit u.a. supervisorischer Funktion
ProjektorganisatorIn
Beirat (Vorstand des Trägervereins der Akademie Remscheid und Direktor)
LeiterInnen der beteiligten Kindergärten (vor allem zu Beginn und am Ende des Projekts)



Zeitliche Struktur des Projekts

Gesamtdauer: 2 Jahre
Initialphase: 1. Oktober 2004 bis 31. Dezember 2004 mit 10-tägigem Projekttraining 13.-22.12. 04 in Remscheid
Hauptphase: 1. Januar 2005 bis 30. Juni 2006 (bestehend aus zwei ca. neunmonatigen Teilen)
Schlussphase: 1. Juli 2006 bis 30. September 2006
Evaluation der Nachhaltigkeit: Januar 2007 und Juni 2007



Initialphase

Die Initialphase beginnt mit dem Anwerben interessierter Kindergärten, Kontakten zu Kommunen und Kindergartenträgern (z.B. AWO, Caritas, Diakonie, DPWV) sowie der Auswahl möglicher ProjektmitarbeiterInnen. Da die Wirksamkeit des Projekts ganz zentral von den ProjektmitarbeiterInnen abhängt, müssen sie eine besondere Qualifikation mitbringen:
Interesse für ganzheitliche Arbeitsweisen, Erfahrung in der Arbeit mit jungen Kindern, mindestens eine fachliche Grundqualifikation und hinreichende Beratungsfähigkeiten. Zwar werden sie noch in einem Training mit methodischen Details des Projekts vertraut gemacht, sollten aber bereits Erfahrungen mit dem integrierten Konzept der kulturellen Bildung, wie es an der Akademie Remscheid gelehrt wird, gemacht haben.

10-tägiges Training (13.-22.12.04) der ProjektmitarbeiterInnen durch die DozentInnen:
Inhalte sind exemplarische ganzheitliche methodische Einheiten, Teamteaching, Kindergartenstrukturfragen, Fragen zum Beraterverhalten, Beobachtungs- und Dokumentationstraining.

Projektkonferenz mit ProjektmitarbeiterInnen, DozentInnen, KindergartenleiterInnen am 24.11.04 in Remscheid und 25.11.04 in Leipzig.




Hauptphase Teil 1 (ca. 9 Monate)

Die ProjektmitarbeiterInnen arbeiten stets zu zweit in einer Einrichtung, damit ihre jeweiligen Schwerpunkte zu einem integrierten Projekt zusammengeführt werden können. Die ProjektmitarbeiterInnen-Paare setzen sich während dieser Phase mindestens einmal neu zusammen, damit methodische Modelle mit einer weiteren Fachkombination erarbeitet werden können.
Die ProjektmitarbeiterInnen kommen einmal wöchentlich in den Kindergarten. Die zwei ErzieherInnen verfolgen in dieser Phase die exemplarische Arbeit zunächst beobachtend und protokollierend.
Im wöchentlichen Kindergartentermin ist eine Auswertungs- und Besprechungszeit zwischen den ProjektmitarbeiterInnen und den ErzieherInnen eingeplant. Die 4 BeraterInnen jeder Region treffen sich zu Beginn alle 14 Tage, später einmal im Monat zur kollegialen Beratung. Zur Beratung und Evaluation wird jede Einrichtung in diesem Teil der Hauptphase von einem Dozenten-Zweierteam einmal besucht.
Die ErzieherInnen kommen vom 17.-21.1.05 zu einer überfachlichen Fortbildung in die Akademie Remscheid. Mehrere einwöchige Werkstattkurse werden zum gleichen Termin durchgeführt, damit ein Austausch untereinander möglich ist. Sie sind sowohl für die ProjektteilnehmerInnen geplant, als auch offen ausgeschrieben. Die ErzieherInnen kommen so mit TeilnehmerInnen anderer kultureller Berufsprofile in einen fruchtbaren Austausch.




Hauptphase Teil 2 (ca. 9 Monate)

Die ErzieherInnen übernehmen erste Bausteine einer integrativen Arbeit und werden durch die BeraterInnen betreut.
Die ErzieherInnen kommen vom 17. – 21.10.05 zu einer überfachlichen Fortbildung in die Akademie Remscheid. Mehrere einwöchige Werkstattkurse werden zum gleichen Termin durchgeführt, damit ein Austausch untereinander möglich ist. Sie sind sowohl für die ProjektteilnehmerInnen geplant, als auch offen ausgeschrieben. Die ErzieherInnen kommen so mit TeilnehmerInnen anderer kultureller Berufsprofile in einen fruchtbaren Austausch.

Der zeitliche Arbeitsaufwand für die ProjektmitarbeiterInnen während Teil 1 und 2 der Hautphase des Projekts wird auf ca. 16 Std. in der Woche geschätzt. Die Honorierung erfolgt nicht stundenbezogen, sondern soll über Honorarverträge abgerechnet werden. Die Präsenzzeit im Kindergarten ist auf einen Vormittag in einer Einrichtung festgelegt. Jede/r ProjektmitarbeiterIn begleitet die Arbeit in zwei Einrichtungen.
Zu den Aufgaben zählen: Vor- und Nachbereitung in den ZweierteamsDurchführung exemplarischer Frühförderprojekte (in Teil 1) bzw. teilnehmende Beobachtung, Hospitation und Beratung in Teil 2 der HauptphaseSchriftliche und visuelle Dokumentation der Übungen, Methoden und Projektabläufe (Foto, Video, Interview etc.)Erarbeitung von Evaluierungstechniken, mit denen sie und die ErzieherInnen die Bildungswirkung ihrer Frühförderung beobachten und beschreiben können. Hier kann auf Kategorien und methodische Ansätze des von der BKJ entwickelten „Kompetenznachweises Kultur“ aufgebaut werden.
Zur Beratung und Evaluation wird jede Einrichtung in diesem Teil der Hauptphase von einem Dozenten-Zweierteam einmal besucht.




Schlussphase und Nachhaltigkeit

In der dreimonatigen Schlussphase wird das Projekt ausgewertet und dokumentiert (Methodensammlung, Multimediapräsentation mit Video-DVD) und die Ergebnisse veröffentlicht (Fachzeitschriften „gruppe & spiel“, „TPS“, „Welt des Kindes“, „kindergarten heute“) und präsentiert (Abschlusskonferenz, Projektbörse, Remscheider Spielmarkt).

Fachschulen sollen die Methoden für die Entwicklung einer ganzheitlichen Didaktik kultureller Frühförderung zur Verfügung gestellt werden. Zur Präsentation sollen vor allem Verantwortliche für die Ausbildungsphase eingeladen werden, um ihnen die im Projekt erarbeiteten Methoden für die Weiterentwicklung der Fachschul-Curricula in Deutschland zur Verfügung zu stellen.
Geplant ist als Abschlussveranstaltung ein „Frühförder-Forum“, auf dem die Projektergebnisse dargestellt werden und in den Zusammenhang der bildungspolitischen Diskussion gestellt werden. Es ist beabsichtigt, die Bundesministerin Renate Schmidt zu diesem großen Fachforum ein zu laden.
Eine eigene Website soll für dieses Forum eingerichtet werden.




Netzwerk und Weiterführung in den Einrichtungen

Ein Präsentationstraining für die ErzieherInnen und ProjektmitarbeiterInnen in der Akademie Remscheid soll sie befähigen, die neu erarbeiteten Fähigkeiten auf Tagungen und in Fortbildungskursen präsentieren und verbreiten zu können. Unterstützt und begleitet werden diejenigen BeraterInnen, die sich mit ihrem überfachlichen Konzept und Beratungsfähigkeiten eine eigene Existenz aufbauen wollen. Angestrebt wird die Bildung eines langfristig stabilen Netzwerks, in dem sich ErzieherInnen und BeraterInnen mit dem Schwerpunkt fachübergreifende kulturelle Frühförderung zusammen arbeiten. Bei der Bildung dieser Netzwerke kann die Akademie auf ihre Erfahrungen in der Förderung fachlicher Netzwerke (Spielpädagogik, Rhythmik) zurück greifen.



Akademie Remscheid
für musische Bildung und Medienerziehung e.V.
Küppelstein 34
42857 Remscheid
Tel.: 02191 / 794-0
Fax: 02191 / 794-205
E-mail: info@akademieremscheid.de
Internet: www.akademieremscheid.de

Projektsachbearbeitung: Barbara Feldhoff
Email: projektgfki@aol.com
Ansprechpartner für das Projekt: Ulrich Baer, Stellv. Direktor


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