Konzeptdetails
Das Besondere
Zitate zum Thema
Vortrag Prof. Fuchs

Das Besondere

Was ist eigentlich neu an den Projektmethoden?

Ab und an fragen die Erzieherinnen in den Kitas oder auch Eltern bei einem Elternabend: Was ist denn das Neue, das Besondere in der Arbeit mit den Kindern? Das ist nicht ganz einfach zu erklären. Zunächst mal müssen wir die Fragenden enttäuschen, denn im Projekt passiert zunächst mal nicht viel anderes, als was auch sonst in den Kindertageseinrichtungen passiert: Die Kinder werden versorgt, betreut, erzogen, angeleitet, motiviert und angeregt. Das Projekt will nichts anderes. Und die Aktionsformen sind auch nicht revolutionär: Lieder singen, etwas bauen und experimentieren, spielen, bewegen, sprechen, lachen, Spaß haben.
Einige Methoden sind freilich schon nicht so sehr verbreitet... Aber die sind gar nicht der „springende Punkt“ bei diesem Projekt! Die Sichtweise, der Blickwinkel ist ein besonderer! Und die Art wie die Methoden miteinander verknüpft werden – nämlich so, dass die Kinder ihre Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeiten erweitern können. Sie lernen, wie man etwas mit allen Sinnen entdeckt und dadurch besser verstehen lernt.

Hier der Grundgedanke: Alle Erziehenden müssen planen und Methoden auswählen. In den Projekteinheiten versuchen wir die Methoden auszuwählen und zusammen zu stellen nach ihrem Bildungsgehalt.

Jede (kulturelle) Methode hat eine bildende, erzieherische Wirkung. Diese Wirkung ist natürlich nicht bei allen Kindern gleich und die angestrebte Wirkung einer Methode ist auch nicht immer für die ganze Gruppe nötig oder sinnvoll.
Schüchterne, stille Kinder brauchen Methoden, bei denen sie ohne Angst angeregt werden, stärker aus sich heraus zu gehen. Andere Kinder brauchen mehr die Erfahrung kooperativer Spiele, die gemeinsame Gruppenleistung. Die richtige Methodenwahl unter dem Gesichtspunkt, welche Bildungseffekte angestrebt werden sollen, das macht das Besondere des Projekts aus. Nicht die Methoden, sondern die Art ihres Einsatzes. Für bewusste, also absichtsvolle Bildungsprozesse in den Kindereinrichtungen! Und auch das ist nicht grundlegend neu, ist aber ein nicht immer im Mittelpunkt stehender Fokus.
Wir untersuchen in diesem Projekt außerdem die einzelnen Methoden und Methodenkombinationen auf ihr Zusammenwirken und was sie ganz genau bei den Kindern bewirken können. Bei der Planung muss darüber heftig nachgedacht und häufig regelrecht spekuliert werden, denn die Bildungswirkung vieler Methoden ist genau genommen häufig nicht bekannt. Oft kennen wir nur solche oberflächlichen Äußerungen wie z.B.: „Phantasiereisen bewirken eine Entspannung und tun den Kindern gut!“ Das ist aber nicht immer so und auch nicht bei jeder Phantasiereise. Die Wirkung hängt u.a. auch davon ab, in welchem inhaltlichen Zusammenhang sie eingesetzt wird und was man vorher und nachher macht. Und von welchen ähnlichen Methoden (aus anderen Fächern) dasselbe (Erkenntnis-)Ziel wieder aufgegriffen und verstärkt wird. Hört sich schwierig an, ist es auch. Auf den Seiten „Methoden“ finden Sie einige konkrete Beispiele.

Pädagogik ist ein kompliziertes Geschäft. Das Projekt will einen kleinen Lichtstrahl in das Dunkel bringen: Die Bildungsleistung der Kindergärten beim Einsatz kultureller Methoden wird in diesem Projekt untersucht und dokumentiert!
Anhand einzelner zu erprobender methodischer Einheiten wollen wir den Nutzen für die Kinder beschreiben. Und damit die behauptete Bildungsleistung im Vorschulalter untermauern. Das ist doch was!





Das Entscheidende in diesem Projekt ist nicht irgendeine neue Methode, die Kinder, Eltern und ErzieherInnen noch nicht kannten. Das Entscheidende ist der besondere Gesichtspunkt, unter dem die kulturellen Methoden ausgewählt und zusammen gefügt werden.

Mehrere Gesichtspunkte sind denkbar. Jeder Gesichtspunkt hat seine Vor- und Nachteile. Und: kein Auswahlkriterium alleine ist die einzig sinnvolle Pädagogik! Im Alltag spielen sowieso meistens mehrere Gesichtspunkte eine Rolle.
Überlegen Sie mal, mit welchem Konzept Sie Methoden, Themen und Ideen in Ihrer pädagogischen Praxis mit Kindern einbringen:

1. Der spontane, improvisierende Aspekt:
Methoden werden ausgewählt und aneinander gereiht oder vorgeschlagen, die einem aufgrund der Situation und Stimmung gerade in den Sinn kommen, die „sich anbieten“, die von den Kindern spontan als Wunsch geäußert werden.

2. Aus dem eigenen Erfahrungsschatz und Methodenrepertoire schöpfen:
Es wird das gewählt und vorgeschlagen, was man als Erzieherperson besonders gut kann, womit man gute Erfahrungen gemacht hat, was einem selbst Spaß macht oder man mal ausprobieren möchte.

3. Auswahl und Zusammenstellung nach bestimmten Themen:
Die verschiedensten Methoden werden abwechslungsreich zu einem gemeinsamen Thema ausgesucht und eingesetzt. Welche Methoden gewählt werden ist bei dieser Vorgehensweise nachrangig, Hauptsache, das Thema wird damit gut Schritt für Schritt und aus den verschiedensten Blickwinkeln bearbeitet.

4. Die kulturelle Fachlichkeit im Mittelpunkt:
Auswahl und Aufeinanderfolge der Methoden richtet sich nach der fachlichen Logik der künstlerischen Fachgebiete: ein erfolgreiches fachdidaktisches Konzept bestimmt die pädagogische Vorgehensweise. Bei mehreren künstlerischen Fachbereichen (fachübergreifende kulturelle Bildung) werden vor allem die von Fach zu Fach vergleichbaren Methoden (Analogien) und Übergänge gewählt.

5. Die Bildungswirkung als wichtigste Entscheidung:
Damit die Kinder die für sie wichtigen Lebenskompetenzen - das sind soziale und individuelle Fähigkeiten für den Umgang mit anderen Menschen, Sachen und sich selbst - erwerben können, werden die dafür nützlichen und für die einzelnen Kinder und Situationen (und Themen) passenden kulturellen Methoden ausgesucht. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, aus welchem kulturellen Fachgebiet die Methode stammt.

Zwar spielen immer mehrere Gesichtspunkte eine Rolle, im Projekt GFKI „Ganzheitliche Frühförderung kultureller Intelligenz“ geht es allerdings hauptsächlich um Aspekt 5. Nämlich darum, sich die Wirkungen von Methoden bewusst zu machen und verstärkt aufgrund einer Bildungsabsicht zu handeln.

Das ist das GFKI-Konzept: Kulturelle Methoden auswählen und einsetzen mit einer bewussten Bildungsabsicht – vor allem für eine Sensibilisierung der Wahrnehmung, für eine Erweiterung der Ausdrucksfähigkeit und bessere Kooperationsfähigkeit der Kinder. Dies sind nämlich die grundlegenden Kompetenzen, die die Kinder im Vorschulalter erwerben müssen, um im Leben gut zurecht und voran zu kommen.


Seitenanfang